Waldviertler Schmalspurbahn 2

Dieser zweite Teil der Streckendokumentation über den Südast der Waldviertler Schmalspurbahn beschäftigt sich mit dem Abschnitt zwischen Steinbach-Großpertholz und Groß Gerungs.

Auf diesen restlichen 19 km überquert die schmalspurige 760 mm Bahnlinie zunächst den sogenannten Kleinen Semmering, er ist gleichzeitig auch kontinentale Wasserscheide.

Danach wird das Bruderndorfer Plateau überquert und schließlich fällt die Strecke, zunächst dem jungen Zwettlbach folgend, zur Endstelle in Groß Gerungs hinab.


Die Fahrt über den Kleinen Semmering ist relativ schwer fotografierbar, bewegt sich der Zug dabei doch hauptsächlich durch dichte Waldabschnitte.

Von der neuen Haltestelle Bruderndorf ab, bis zur Endstelle, zeigt sich das Waldviertel dann aber von seiner ganz typischen Seite.

Der wöchentlich abwechselnde Einsatz von Dampf- und Dieselbetrieb wurde im Teil1 schon erwähnt, auf den Einsatz zweier Dampflokraritäten für das Waldviertel im Jahre 2005 soll noch einmal hingewiesen werden:

Nur für kurze Zeit weilte die 399.01 hier. Nach ihrer Hauptuntersuchung leistete sie ihre ersten Planeinsätze hier im Waldviertel. Auch die 699.103 ist ungewöhnlich fürs Waldviertel. Die im Besitz der ÖGEG befindliche Maschine tut normalerweise auf der Steyrtalbahn ihren Dienst.

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  Steinbach-Großpertholz, bei Streckenkilometer 24 liegend, ist der Ausgangspunkt für den nachfolgenden Anstieg auf den Kleinen Semmering. Soeben setzt sich die, von der 399.01 geführte und von der 2095.14 verstärkte, 16 Wagen Garnitur bergwärts in Bewegung (10/2005).  
 

Kurz vor der Querung der Straße nach Mühlbach lichtet sich das Walddickicht etwas und ermöglicht eine Aufnahme, die 2095.14 ist mit ihrem Zug bergauf unterwegs (10/2005).

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  Die Haltestelle "Fassldorf" wurde zwischen den beiden Straßenkreuzungen nach Abschlag bzw. Weikertschlag errichtet. Sie befindet sich damit kurz bergwärts der ursprünglichen Haltestelle Abschlag. Das "Fassldorf" ist ein beliebtes Ausflugsziel der Gegend; die Tourismuszüge, hier mit 399.04, legen normalerweise ausgiebige Aufenthalte ein, um den Fahrgästen Gelegenheit einzukehren zu bieten (5/2003). Seite oben  
  Die Strecke windet sich in mehreren Kurven am Hang des Steinbachgrabens und später des Landgrabens bergauf. Abwechselnd werden bis zu 16 m hohe Dämme und dann wieder tiefe Einschnitte passiert. Kurz vor dem kleinen Bruderndorfer Tunnel gelang diese Aufnahme des, von der 699.103 geführten, Dampfbummelzuges (10/2005).  
  Hier wurde soeben der 44 m kurze kleine Bruderndorfer Tunnel passiert. Von hier ist noch knapp ein Kilometer zurückzulegen, bis zur alten Haltestelle Bruderndorf. Die maximale Streckensteigung, erforderlich zur Bewältigung der etwa 200 Höhenmeter ab Steinbach, beträgt 26‰ (10/2005).  
  Der letzte Abschnitt der Strecke ist bereits von der alten Haltestelle Bruderndorf aus einsehbar. Hier macht sich die 2095.14 daran, mit ihrem Zug diese letzten Höhenmeter dieses Anstiegs zu bewältigen (10/2005). Seite oben  
  Diese Aufnahme wurde vom selben Standort wie die vorige gemacht. Hier allerdings ein Dampfzug mit der 699.103 an der Spitze. In Kürze wird die Wasserstelle bei der alten Haltestelle Bruderndorf erreicht sein (10/2005).  
  Die alte Haltestelle Bruderndorf liegt, weit abseits aller Siedlungen, tief im Wald versteckt. Sie dient hauptsächlich dem Zweck, daß Dampflokomotiven hier ihre Wasservorräte ergänzen können. Mit etwa 800 MüM ist hier fast der höchste Punkt der Strecke erreicht (10/2005).  
  Unmittelbar nach der Wasserstation windet sich die Strecke von SO nach NW, also etwa 180°, um sogleich in den 262 m langen großen Bruderndorfer Tunnel einzufahren. Hier die urtümliche Landschaft beim Wiederverlassen des Tunnels (10/2005). Seite oben  
  Die Landkarte zeigt auch hier nochmals den Verlauf der dokumentierten Strecke. Die 43 km lange Bahnlinie verläuft zunächst grob entlang dem Lauf des Baches Lainsitz, später wird der sogenannte Kleine Semmering überquert um danach, das Bruderndorfer Plateau querend, dem Lauf des Zwettlbachs und später des Gerungsbaches folgend, Groß Gerungs zu erreichen.  
  Das Bruderndorfer Plateau ist ein auch landwirtschaftlich intensiv genutzter Teil des Waldviertels. Hier sehen wir einen Zug auf Rückfahrt Richtung Gmünd. Für Rückfahrtaufnahmen eignen sich Dieselzüge besser, da Dampfzüge mit dem Tender voraus eher unfotogen wirken. Der mit 806 MüM höchste Punkt der Strecke befindet sich bei Km 32,4 - eine Stelle nahe dem rechten Bildrand (10/2005).  
  Bei entsprechender Standortwahl, gelingen in dieser Gegend Aufnahmen wie diese, sie geben sehr schön den speziellen Landschaftscharakter des Waldviertels wieder. Die sehr aufgeräumt wirkende Landschaft begeistert mich immer wieder aufs Neue (10/2005). Seite oben  
  Hier befinden wir uns schon am Abstieg vom Plateau in Richtung Langschlag. Im Herbst, sehr viele dieser Aufnahmen stammen bekanntlich vom Oktober, sind die wesentlichen landwirtschaftlichen Arbeiten bereits abgeschlossen. Der Winter kann also kommen. Die 699 dampft mit ihrem Zug gemütlich dem Ziel entgegen (10/2005).  
  Die selbe Stelle wie am Bild zuvor, nur aus der anderen Richtung, von der Landesstraße aus, aufgenommen. Um 14:30, als diese Aufnahme gemacht wurde, steht um diese Jahreszeit die Sonne bereits relativ tief. Der Zug befährt soeben den Anstieg hinauf in Richtung Bruderndorfer Plateau (10/2005).  
  Der Lauf des jungen Zwettlbaches ist erreicht. Im Hintergrund links sind noch die Ausläufer des Bruderndorfer Plateaus erkennbar, es wurde kurz zuvor passiert. Der Herbst bewirkt eindrucksvolle Laubfärbungen (10/2005). Seite oben  
  Fotografiert man an der selben Stelle wie zuvor in die andere Richtung, ist bereits der Ort Langschlag sichtbar. Die 2095.14 zieht ihren Nachmittagszug die moderate Steigung des Zwettltales aufwärts (10/2005).  
  Gleich neben dem Bahnhof Langschlag fließt der Zwettlbach vorbei. Außerdem ist hier am Bahnhof eine ehemalige Lok dieser Linie als Denkmal aufgestellt, im Bild rechts. Sie stand über viele Jahre auf einem Sockel am Stadtplatz. Der Bummelzug mit der 699.103 setzt sich soeben in Bewegung, um nun noch den letzten Abschnitt in Angriff zu nehmen (10/2005).  
  Auf dem weiteren Weg nach Groß Gerungs verläuft die Trasse einige Zeit direkt durchs Langschlager Ortsgebiet. Die Bäume sind bereits laublos, während niederes Gebüsch noch in herrlich intensiven Herbstfarben leuchtet (10/2005).
Seite oben
 
  Auch hier ein Blick auf die, durch das Ortsgebiet von Langschlag führende, 760 mm Schmalspur Bahnlinie (10/2005).  
  Selten gelingen Aufnahmen, welche alle für eine Landschaft wesentlichen Merkmale, gemeinsam mit der Bahnlinie, zeigen. Hier ist so ein seltener Glücksfall gegeben; wie kaum eine andere vermittelt diese Aufnahme einen Eindruck von der bezaubernden Wirkung der Waldviertler Landschaft; und der abgebildete Zug mit 399.01 + 2095.14 dürfte auch einen gewissen Seltenheitswert haben (10/2005).  
  Hinter Langschlag folgt die Strecke noch eine Zeit lang dem Tal des Zwettlbaches. Es gibt hier mehrere typische Fotostellen. Ich versuche allerdings ein wenig Variation in die Bildgestaltung zu bringen. Die schöne herbstliche Landschaftsfärbung gibt den passenden Rahmen (10/2005). Seite oben  
  Etwa im Bereich von Harruck, dieser Zug wird auf Rückfahrt bald die zugehörige Haltestelle passieren, verläßt die Strecke das Tal des Zwettlbaches und tritt über in jenes des jungen Gerungsbaches. Im Vordergrund wird dem Feld soeben eine Düngung für die nächste Saat verpaßt (10/2005).  
  Hier nochmals der 16 Wagen Sonderzug in voller Pracht, er passiert soeben den Kilometerstein 41 km und wird gleich die Bundesstraße 38 queren. Leider stand zum Fahrtzeitpunkt keine zweite betriebsfähige 399 in Gmünd zur Verfügung, eine 399er Doppeltraktion wäre natürlich noch eindrucksvoller gewesen (10/2005).  
  Diese Aufnahme zeigt welch kleines Rinnsal der Gerungsbach in diesem Bereich noch ist. Obwohl es bei dieser Aufnahme kurz nach 11 Uhr vormittags ist, werden jahreszeitbedingt schon recht lange Schatten geworfen (10/2005). Seite oben  
  Bevor die Endstelle in Groß Gerungs erreicht wird, passiert die Bahnlinie noch den kleinen Ort Heinreichs. Der im Hintergrund sichtbare Bauernhof folgt dem typischen Baustil dieser Gegend. Die restliche Streckenlänge beträgt noch etwa einen Kilometer (10/2005).  
  Das ist jetzt die Endstation in Groß Gerungs. Berichten zufolge gab es auch Pläne, die Linie noch weiter fortzusetzen. Derartige Projekte wurden aber nicht realisiert. Heute dient ein Teil des Bahnhofsgebäudes als Wohnhaus (10/2005).  
  Für die Rückfahrt werden Dampflokomotiven zunächst gewartet und dann Tender voraus, es gibt hier nämlich keine Drehscheibe, an den Zug gekuppelt. Die gezeigte 399.01 ist ein seltener Gast in Groß Gerungs. Nebenbei bemerkt: in der ganzen Gegend hier gibt es eine leckere Mehlspeise namens Mohnzelten, solche Mohnzelten werden u. a. auch in den Barwägelchen der Züge verkauft (10/2005). Seite oben  
  Es gehört, neben anderen Wartungsarbeiten, auch zu den Pflichten des Lokpersonals, das Fahrwerk regelmäßig abzuschmieren. Alle wichtigen Lagerstellen sind mit Schmiereinrichtungen versehen. Nach lösen von Verschlußschrauben können die kleinen Vorratbehälter mit Öl aufgefüllt werden (5/2003).  
 

Die Lok ist umgespannt, die Garnitur steht für die Rückfahrt bereit. Häufig werden hier am Bahnhof, während des Aufenthaltes der Tourismuszüge, kleine Speisen und Getränke angeboten (10/2005).

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Letztes Update: Jänner 2006 - schicken Sie mir eine email
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